13.05.2014, technischer Dienst

Ein weiterer Grund, warum wir noch einmal einen Zwischenstopp gemacht haben, ist, dass der Diesel offensichtlich Probleme mit dem Kühlwasser hatte. Es wurde immer weniger und manchmal kam auch gar nichts mehr. Da das einen Motor innerhalb weniger Minuten zerstören kann, habe ich heute erst mal die Kühlkanäle 15 Minuten lang mit Süßwasser gespült. Zu Anfang kam auch eine ganz schöne Sauerei hinten raus. Der anschließende Testlauf ergab keine Probleme, also segeln wir morgen weiter. Wohin wissen wir noch nicht, denn wir haben Nordwind. Vielleicht doch erst Madeira. Das wären dann nur ungefähr 450 km zu kreuzen, und für den längeren Schlag auf die Azoren hätten wir dann wohl günstigen Wind. Aber genau weiss man es immer erst hinterher.

Eben war ich noch tauchen, habe den Propeller von üppigem Bewuchs befreit und ihm somit seine ursprüngliche goldene Farbe wiedergegeben. Kein Wunder, dass der Bomber nur noch 4 Knoten unter Maschine lief. Natürlich ist der Bewuchs des restlichen Unterwasserschiffs auch nicht gerade hilfreich. Aber wenigstens den Einlauf für das Kühlwasser, s.o., habe ich dann auch noch geputzt.

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12.05.2014, La Palma

Gestern haben wir in 9 Stunden die Strecke von San Sebastian bis Vueltas geschafft, das sind ungefähr 15 Seemeilen.
Heute sind wir um 3 Uhr nachts von Vueltas gestartet in Richtung La Palma, und die Strecke auf See war auch sehr gut und bis zu 8,5 Knoten schnell.
Aber dann war wieder mal Feierabend, auf der Grafik sieht man die Kurse, die sich hart am Wind ergaben. Es war also vollkommen unmöglich, von der Insel wegzukommen, wir haben es 6 Stunden lang versucht. Keine Ahnung, wie solche Effekte zustande kommen. Wir sind also aus purer Not wieder mal nach Tazacorte eingelaufen. Morgen wird der Dieseltank wieder gefüllt (der schon fast leer war), und dann laufen wir nahe der Küste nach Norden bis wir die Insel hinter uns haben. Dann Segel hoch und weg. Wer auf die Kanaren kommt zum segeln, der muss eigentlich zwangsläufig schwachsinnig sein.
Morgen früh kaufe ich noch eine Flasche Sekt, die geöffnet wird, wenn ich diese Sch…. Kanaren nicht mehr sehe.

P.S.: Gerade noch Andreas aus dem Wasser gezogen, der beim Pinkeln vom Steg offensichtlich einen kleinen Fehltritt gemacht hat.

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11.05.2014, wir sind auf See


Um 11 Uhr sind wir ausgelaufen, um 12 waren wir wieder drin weil das Vorfall gebrochen war und somit das Vorsegel runter kam.
Die Reparatur ging schnell, und seit dem versuchen wir, von Gomera weg zu kommen. Es ist aussichtslos. Richtung Norden hat man Welle und über 35 Knoten Wind, Richtung Süden hat man null Wind und dafür 2 Knoten Strömung gegen sich. Ich bin froh, dieses katastrophale Segelrevier bald hinter mir zu haben.

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09.05.2014, das Wetter soll sich ändern

Da seht ihr es, in ein paar Tagen soll das Wetter hier von Zustand 1 auf Zustand 2 umschalten. Und mehr Zustände gibt es ja hier leider nicht. Im Moment besteht das Meer draußen fast ausschließlich aus Schaumkronen. Das habe ich von dem natürlichen Aussichtsturm (-felsen) auf der Rückseite der Marina gesehen. Ganz hochgehen konnte ich aber nicht, da das bei dem mörderischen Sturm unverantwortlich gewesen wäre.
Aber da ich ja mittlerweile weiss, das angekündigte 7 Knoten Wind in Realität ungefähr 35 Knoten sind, stimmt mich der Wetterbericht absolut positiv. Samstag fahren wir vielleicht rüber in die Ankerbucht von Vueltas, und Sonntag dann nach La Palma.
Dienstag möchte ich dann gerne los in Richtung Madeira.

Nachtrag: wir schauen hier in das Innere des Hafenbeckens. Gar nicht mal so unübel, oder?

 

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06.05.2014, beeindruckende Natur

Heute waren wir wieder per Auto unterwegs und haben weitere Bereiche der Insel kennen gelernt. Leider hängen wir ja wegen der Wettervorhersage immer noch fest, aber auf einer dermaßen schönen Insel ist das keine Strafe.
Im Foto sieht man z.B. einen Teil des Gebirges, der einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Allmählich beginnt die Natur, sich dieses Areal zurück zu erobern.

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05.05.2014, Inselrundfahrt

Der Sturm nähert sich, aber bis jetzt noch Schwachwind.
Momentanes Problem: der Obermaat will nicht mehr hier weg. Eben sagte er: „Ich könnte schreien vor Glück!“, was ich ihm natürlich gönne. Aber ich hoffe, ihn irgendwie zum weitersegeln überreden zu können.

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03.05.2014, Beginn der Rückreise

Vorhergesagt waren 8-10 Knoten Wind aus N-NE. Das Video ist relativ zu Anfang unseres 30 Sm Törns nach Gomera entstanden, auch hier schon rund 5 Bft.
Jetzt, nach 14 Stunden Kampf gegen mehr als 35 Knoten Wind (NW) in den letzten Stunden sind wir völlig platt. Selbst die Einfahrt in die Marina San Sebastian war noch fast ein Selbstmordkommando. Andreas überlegt die Heimreise per Flugzeug (hoffentlich nicht ernst gemeint).
Jetzt muss ich dringend meinen Zorn auf die Wetterfrösche loswerden. Bekommen diese Arschlöcher wirklich Geld für ihre Arbeit? Natürlich kann man sich mal irren, aber offensichtlich liegt die Fehlerquote bei dieser Berufsgruppe bei ziemlich genau 100%. Ich würde vorschlagen, ein neues Synonym für vollständige Inkompetenz einzuführen, und zwar „Meteorologe“!!!

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02.05.2014, wieder ein Abschied

Die gemeinsame Zeit war mal wieder wahnsinnig schön, wir haben viel erlebt und Brigitte konnte sich auch gut erholen. Jetzt sitzt sie gerade im Flieger auf dem Weg zurück nach D, und Andreas ist angekommen, um den Rückweg mit mir zu bestreiten. Auch dies kann durchaus wieder abenteuerlich werden, aber vielleicht gibt es ja jetzt endlich mal den perfekten Segeltörn. In einigen Wochen bin ich wieder in D, und dann sind die sehr schmerzhaften Phasen des voneinander getrennt seins glücklicherweise vorbei!

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29.04.2014, zurück in San Miguel

Letzte Nacht haben wir vor Anker in der Badebucht von Los Christianos verbracht, wobei wir wegen des Schwells nicht wirklich gut schlafen konnten.
Also heute morgen wieder raus, zuerst unter Segel bei Wind nahe null. Dann auf einmal SE 6-7, dann eine Stunde später NO 6-7, dann mal wieder Flaute, usw.
Streng genommen sind die Kanaren das schlimmste Segelrevier, in dem ich jemals war. Denn es ist eigentlich keins. Ich bin jetzt das vierte mal per Boot hier, und es war jedesmal der gleiche Mist. Entweder völlige Flaute, oder Wind jenseits der 25 Knoten. Und das absolut niemals aus der angekündigten Richtung. Für uns ist es das letzte mal hier.
Aber unser Anlegemanöver hier in San Miguel war diesmal erste Sahne. Trotz der völlig unkalkulierbaren Winde haben wir perfekt rückwärts eingeparkt.
Die Wäsche braucht wahrscheinlich nur Minuten zum trocknen, was auch gut ist, denn die nächste Ladung wartet schon.

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28.04.2014, Grindwale

Heute sind wir von Gomera wieder zurück gesegelt nach Teneriffa. Das Wetter war wie üblich: angekündigt waren 3-4 Bft, die ersten Meilen hatten wir 7-8 Bft, danach null. Also 3 Motorstunden.
Auf dem Weg sind wir dann durch eine Schule Grindwale gekommen, ich habe aber sofort den Motor gestoppt, die Genua stand noch, also sind wir im Schneckentempo weiter und haben das Schauspiel genossen. Einer der Grindwale tauchte erst unmittelbar vor unserem Schiff und kam auf der anderen Seite keine 2m vom Schiff entfernt wieder hoch. Absolut grossartig!
Das Foto ist aber nicht von uns, sondern aus dem Internet. Ich war beschäftigt mit dem Versuch, keinen Wal zu rammen, und Brigitte wollte lieber keine Sekunde verpassen.

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