04.05.2017, Eindrücke von Porto Santo


Heute habe ich einen längeren Spaziergang gemacht, zuerst zum Flughafen, dann ins Städtchen.
Und ich mus sagen, dass Porto Santo völlig anders ist als erwartet. Es ist sehr trocken und karg, sogar schon im Mai. Aber die Luft ist super angenehm, trocken und warm mit vielen Düften. Die Vegetation ist dementsprechend, viele Palmen und Kakteen. Der Strand ist toll, die Farben haben etwas karibisches.
Und es scheint sich hier um ein Vogelparadies zu handeln. Ein derartiges Vogelkonzert habe ich lange nicht mehr gehört, einfach toll!
Ein großer Supermarkt ist auch vorhanden, ich werde also voraussichtlich nicht verhungern (außer in der Schlange an der Kasse, wird wohl länger dauern als erwartet, bis ich mich daran gewöhne).
Der einzig fette Minuspunkt ist, dass das Wetter mich nicht nach Hause segeln lässt. Wenn meine Herzdame mit mir hier wäre, kein Problem, aber sie musste ja leider wegen der Pelztiere ein schnelleres Verkehrsmittel wählen.
Und da ich mir nicht auf See die Ohrläppchen brechen möchte, heisst es warten. Die Marina hier ist extrem teuer auf Tagesbasis (20€), aber sehr billig für den ganzen Monat (120€). Das ist immerhin überschaubar!

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03.05.2017, Porto Santo

Gestern war das Wetter sehr schön, und auch geeignet, ein Stück in Richtung Norden voran zu kommen. Also auf nach Porto Santo. Da war ich nämlich vorher noch nie. Parallel mit mir lief Columbus mit seiner Santa Maria aus, aber die Mannschaft war zu faul zum Segelsetzen, es wurde motort.
Es war ein erstaunlich anstrengender Törn, die ersten 15 Stunden hatte ich Gegenwind, wenn auch sehr schwach, musste also wieder mal kreuzen, und die Gegenströmung sorgte für katastrophale Wendewinkel. Außerdem piepste dauernd der AIS-Alarm, so dass an schlafen nicht zu denken war.
Aber heute kurz nach Mittag war ich dann da, bin sogar in den Hafen gesegelt, und habe nach dem einchecken schon mal einen längeren Spaziergang unternommen. Es ist ziemlich beschaulich hier, und ich könnte mir vorstellen, dass Menschen, die Trubel lieben, wie z.B. in Funchal oder Ponta Delgada geboten, sich hier verloren fühlen könnten. Ich als Landei fühle mich aber durchaus wohl. Jedem das seine!
Eben kam noch mein Stegnachbar rüber und brachte mir eine selbstgekochte Rinderbrühe mit Nudelknödeln, also Knudeln, oder Nödeln, oder was auch immer. Es war hervorragend, und im Anschluss haben wir 2 „stattlichen“ Männer über Rezepte gefachsimpelt.

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01.05.2017, warten auf das passende Segelwetter

Ich sitze immer noch hier in Funchal und schlage die Zeit tot. Heute morgen habe ich einen Spaziergang zu der oberen Festung gemacht. Man muss sagen, dass Funchal Zentrum früh morgens, bevor der Tourismusbetrieb beginnt, wirklich sehr schön ist. Ab ca 9 Uhr ist dann halt leider dank Menschenmassen und Buskolonnen nichts mehr davon zu sehen, aber es ist immer noch da.
Das Wetter scheint sich zu meinen Gunsten zu ändern. Der aktuelle Plan lautet, Mittwoch nach Porto Santo zu segeln, und dann am Samstag weiter in Richtung Azoren. Es wird vermutlich kein Spaziergang, aber es könnte klappen!

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29.04.2017, wieder allein

Meine Herzdame ist gut wieder auf Faial angekommen, und ich vermisse und beneide sie. Sehr sogar! Aber es hilft nix, ohne Entbehrungen sind solche Abenteuer halt nicht machbar. Und wir hatten wirklich wieder eine tolle Zeit und viele neue und wunderschöne Erlebnisse, so dass man sagen kann, dass sich der Aufwand lohnt.
Ich segle also alleine und entsprechend langsamer wieder gen Azoren.
Aber, in der Ruhe liegt die Kraft. Und was immer das Wetter auf dem Atlantik im Moment so treibt, soll es bitte ohne mich tun. Für Selbstmord-Kommandos bin ich nicht der Richtige. Mein zweiter Vorname lautet „Feigling“, und das ist auch völlig in Ordnung.
Statt dessen kann ich mich wieder meinem treuen Schiff widmen, das dringend einen neuen Anstrich braucht. Was so ein bischen Farbe ausmacht, ist wirklich unglaublich. Bald wird Forty8 das schönste Schiff in der Marina sein. Naja, vielleicht nur in meinen Augen, aber egal!

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25.04.2017, unser Madeira-Resümee

Heute war der Abflugtermin von meiner Herzdame, also habe ich sie gegen 11 Uhr zum Flughafen gefahren, um danach den Mietwagen auf der westlichen Seite von Funchal zurückzugeben. Das hat aber nicht sofort geklappt, da ich zum Flughafen fahren musste, um meine Herzdame dort abzuholen. Sie hatte zwar ihre Buchungsunterlagen dabei, der Computer wusste aber nichts davon. Und außerdem war der Flieger ausgebucht. Der Umgang mit kompetenten Menschen macht überall auf der Welt Freude.
Die portugiesische Fluggesellschaft SATA durfte uns schon einmal 400 Euro überweisen aufgrund einer ähnlichen Geschichte. Wenn die Fehlerquote weiterhin so hoch gehalten wird, fliegen wir zukünftig mehr oder weniger umsonst. Eigentlich toll, oder?
Und dass das Gepäck meist erst ein paar Tage später ankommt, interessiert uns eh nicht, wir haben dazugelernt und reisen grundsätzlich nur mit Handgepäck.
Somit sind wir 2 Tage länger zusammen als geplant, worüber wir uns beide sehr freuen.

Nun zum Resümee: Madeira ist eine sehr schöne Insel, und Funchal eine interessante Stadt. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut, und dank der endlos vielen Tunnel kommt man gut und schnell an jeden Punkt der Insel. Für Wanderer ist Madeira paradiesisch, aber man sollte absolut fit sein, denn es ist eine extrem steile Insel.
Es gibt aber auch einige negative Aspekte. Außerhalb von Funchal-Zentrum sieht es grauenvoll aus. Bettenburgen über Bettenburgen. Dutzende, hunderte der hässlichsten Betonklötze, die man sich vorstellen kann. Darunter auch schon viele durch Konkurs nicht vollendete Bauruinen.
In Funchal selbst kann man keine 20m gehen, ohne von irgendwem angesprochen zu werden, eine schlimmere Touristen-Abzocke haben wir bis jetzt nur in Ägypten erlebt. Westlich von Funchal gibt es einen „romantischen, kleinen Fischerort“ namens Camara de Lobos. Wir waren absolut fassungslos. Es war wirklich nur noch die Karrikatur eines Ortes. Auf ein paar hundert Einwohner kommen täglich zig tausend Touristen, die mit den roten und gelben Besichtigungsbussen im Viertelstundentakt dort ausgespuckt werden. Für ein Bier haben wir 6,50€ gezahlt.
Nach unserem Eindruck bekommen die Stadtväter bzw. die Inselregierung den Hals einfach nicht voll, und Funchal ist auf dem besten Weg, sich von schön und faszinierend in häßlich, unsympathisch und abstoßend zu verwandeln. Und man ist auf diesem Weg auch schon recht weit vorangekommen.
Als Brigitte und ich unsere Erlebnisse und Erfahrungen hier diskutierten, kam natürlich auch die Frage auf, ob wir hier noch einmal hinfahren werden. Und wir waren uns absolut einig. Nie wieder!

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20.04.017, Ulla und Andreas kommen mit „Mein Schiff 5“

     

Heute hatten wir einen tollen Tag mit Ulla und Andreas, die gegen 6 Uhr morgens mit der „Mein Schiff 5“ einliefen. Um 9 Uhr haben wir sie an der Mole abgeholt und sind erst mal zu Forty8 zwecks Sektfrühstück gegangen, um danach zunächst per Bus und anschließend zu Fuß die Stadt zu erkunden, und das bei sehr angenehmen Temperaturen um 22 Grad.
Wir haben viel gesehen, viel erlebt, viel Spass gehabt. Da kann man doch wohl wirklich nicht besser meckern, oder?
Jetzt sind die beiden schon wieder unterwegs, nächste Station Cadiz, dann Mallorca.
Aber so ein Treffen mit langjährigen Freunden an ungewöhnlichen Orten ist für uns immer eine tolle Sache, und wir hoffen, dass die beiden ähnlich viel Freude an diesem Tag hatten wie wir!

 

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18.04.2017, Arbeiten am Schiff

Da ich ja leidenschaftlich gerne arbeite, musste meine Herzdame heute auf den Außenbereich verzichten. Unsere Stegnachbarn auf La Palma (deren Elektrik-Probleme ich gelöste hatte) hatten mir den Tip gegeben, das Teakholz in der Plicht nicht mit Lack zu behandeln, sondern mit UV-beständigem Öl. Also habe ich heute alles runtergeschliffen und mit dem schon vor ein paar Tagen besorgten Öl gestrichen, und zwar ganz dünn. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ich freue mich immer sehr über gute Tips.
Und wo ich schon dabei war, habe ich nachmittags noch den Fußbereich der Plicht weiss übergemalt. Unser momentan noch sehr benutzt aussehendes Schiffchen wird nun nach und nach wieder in eine Schönheit verwandelt. Forty8 verdient es!


Und noch der Boden!

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17.04.2017, Funchal



Funchal ist eine schöne Stadt, keine Frage. Hier kommen schon mal ein paar Impressionen. In den nächsten Tagen werden wir noch sehr viel mehr erkunden. Die Schönheit führt allerdings auch zu extremem Tourismus, dessen sollte man sich bewußt sein. Gerade sind 2 Kreuzfahrtschiffe da, und die Stadt ist geflutet mit Touristen. Vor jedem ufernahen Restaurant wird man von einem Angestellten zum Eintreten aufgefordert, aber wir gehen niemals, wirklich niemals, in ein Restaurant mit einem „Gästefänger“.
Wenn man sich aber in die wundervollen, kleinen Gässchen verirrt, findet man immer noch echtes Leben, gute und preiswerte Restaurants und nette Menschen.
Am 20.04. kommen hier unsere Freunde Ulla und Andreas an Bord der „Mein Schiff 5“ durch, es wird bestimmt ein sehr nettes Zusammentreffen an einem ungewöhnlichen Ort!

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16.04.2017, Funchal, Madeira

Die Überfahrt war sehr angenehm, sogar meiner Herzdame hat es gut gefallen, wie man auf den Videos sehen kann. Der Wind war die meiste Zeit schwach, nur am letzten Tag konnten wir mit 6-7 Knoten „dahinrasen“!
Jetzt sind wir in Funchal und haben einen recht geschützen Platz. Eingelaufen sind wir um Mitternacht. Das ist schon seltsam, denn seit einiger Zeit plane ich meine Törns so, dass ich bei Tag einlaufen kann. Seitdem laufe ich grundsätzlich um Mitternacht ein. Irgendetwas läuft hier falsch.
Aber egal, erst mal Wäsche machen, duschen, Emails abrufen und was man alles so macht. Ab morgen wird die Insel erkundet.

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11.04.2017, der 20ste Hochzeitstag von Freunden

Der Hauptgrund, warum wir genau zu dieser Zeit an genau diesem Ort sind, ist eine Verabredung, die wir schon vor langer Zeit getroffen hatten.
Rita und Günter hatten gestern ihren 20sten Hochzeitstag, wir haben unseren am 2. Oktober. Die Verabredung lautete, wir feiern ihren Hochzeitstag gemeinsam auf Gomera, und unseren später auf Faial.
Es war ein sehr schöner Tag, beginnend mit einem gemeinsamen Frühstück, mit einer Wanderung zwischendrin und einem schönen Abschluss in einem Restaurant in Vueltas. Übrigens hat noch ein weiteres Freundespaar den Weg nach Gomera gefunden, wir waren also zu sechst und hatten eine Menge Spass!

Heute sind wir wieder an Bord in San Sebastian und machen einen ruhigen. Der Segelkollege mit der Weltrekord-Waschmaschine hat uns heute übrigens gesagt, dass er sein Projekt erst im November startet. Eine gute Entscheidung, denn sonst wäre er mit Sicherheit in die Hurricane-Saison gekommen.
Die Waschmaschine ist vorhin an Land gesetzt worden.

Nachtrag: unser Nachbar rief eben noch mal rüber zwecks Klönschnack, sein Name ist Matt, und erzählte uns, dass er eigentlich am Freitag ausgelaufen war, also einen Tag, bevor wir hier ankamen. Leider gab es Probleme mit der vierten Not-Auftriebskammer, die auf der Seite der Ruder saß. Die Wellen schlugen wohl sehr massiv gegen die Aufhängung und beschädigten sie schon nach wenigen Minuten. Deshalb traf er die Entscheidung, erst im November auszulaufen und einige Details noch einmal zu optimieren. Gute Wahl, bloß nichts auf Krampf, den Rekord wird ihm wohl eh niemand mehr abspenstig machen.
Aber allein die Vorstellung, 3-4 Monate in diesem winzigen Ding zu verbringen. Und Matt ist nicht klein, eher ein ganz schöner Brocken. RESPEKT!

https://littleboatproject.org

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